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Hepatitis - die vergessene Volkskrankheit

07.04.2007: Pressemitteilung von Katja Husen anlässlich des Weltgesundheitstages 2007

Weltgesundheitstag - Schutz vor Infektionskrankheiten

Anlässlich des Weltgesundheitstages, der in diesem Jahr unter dem Motto "Gesund bleiben - sich vor Infektionskrankheiten schützen" steht, erinnert Katja Husen, Sprecherin für Gesundheits- und Drogenpolitik der GAL-Bürgerschaftsfraktion an die vielfach vergessene Infektionskrankheit Hepatitis. "Noch immer haftet dieser Krankheit das Stigma der Sucht- oder auch Lustseuche an, dabei sind die Übertragungswege der verschiedenen Hepatitisformen vielfältig", so Katja Husen. Bei Hepatitis A und Hepatitis E handelt es sich um Krankheiten, die über Schmierinfektionen (Kot) übertragen werden. Hepatitis B wird dagegen sowohl sexuell als auch auf dem Blutweg, die Hepatitis C vorrangig nur auf dem Blutweg übertragen. Hepatitis D kann nur Personen betreffen, die akut oder chronisch mit dem Hepatitis-B-Virus infiziert sind.

Problematisch ist insbesondere Hepatitis C. Hat man sich infiziert, so merkt man das oft nicht. Eine frische, also akute Hepatits C-Infektion verursacht häufig keine Beschwerden. Wenn Anzeichen auftreten, dann unspezifische wie Kopfschmerzen oder grippeähnliche Symptome. Es gibt durchaus Menschen, die ihre Infektion ein Leben lang nicht bemerken und somit die Krankheit unwissend weiter geben. Experten schätzen, dass in Deutschland 400.000 bis 500.000 Menschen den Erreger in sich tragen, die Dunkelziffer ist hoch. Im letzten Jahr begannen nach Angaben der Deutschen Leberhilfe rund 19.000 Infizierte eine Therapie, um die Hepatitis C-Viren (HCV) in ihrem Körper zu zerstören; etwa jeder fünfte von ihnen brach die Behandlung ab. 70 Prozent der unbehandelten Akutinfektionen werden laut RKI chronisch. Und damit kann die Infektion lebensbedrohlich werden: Es drohen vor allem Leberkrebs und Leberzirrhose. Und auch Menschen mit einer Hepatitis-B-Infektion laufen Gefahr bei einer Chronifizierung ein Leberkarzinom oder eine Leberzirrhose zu bekommen. Am Ende eines langen Leidensweg steht nicht selten eine Organtransplantation Einen Impfstoff gegen Hepatitis C gibt es bisher nicht.

"Das wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern", so Katja Husen. "Um so wichtiger ist es, dass es ein gut ausgebautes, niedrigschwelliges Hilfesystem gibt, um chronisch Infizierte bei der Bewältigung der Krankheitsfolgen zu unterstützen. Mit der Schließung der Hepatitisambulanz im letzten Jahr fehlt in Hamburg ein solche niedrigschwellige Anlaufstelle gänzlich."

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