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Die CDU wieder einmal zum Jagen getragen…

01.02.2007: Presseerklärung von Katja Husen zur Heroinvergabe anlässlich der Debatte in der Bürgerschaft

In der heutigen Bürgerschaftsdebatte über die Fortführung der Heroinvergabe an Schwerstabhängige kritisiert die gesundheitspolitische Sprecherin der GAL-Bürgerschaftsfraktion Katja Husen die durch die CDU zu vertretende unnötige Verzögerung: "Die CDU musste mal wieder zum Jagen getragen werden", so Husen. Noch Anfang November sah die CDU sich im Gesundheitsausschuss nicht in der Lage, den Senat aufzufordern, sich im Bundesrat für die Überführung der Heroinvergabe an Schwerstabhängige ins Regelsystem einzusetzen. Ein entsprechender Antrag der GAL wurde dahingehend geändert, dass bloß die Fortführung des Modellversuchs bis Mitte des Jahres begrüßt wurde.

"Das ideologische Brett vorm Kopf hat es der CDU mal wieder verboten, rechtzeitig das drogenpolitisch Gebotene vom Senat zu fordern", so Katja Husen, gesundheitspolische Sprecherin der GAL-Fraktion. "Wenn der Senat jetzt, zweieinhalb Monate später, eine Hamburger Bundesratsinitiative ankündigt, zeigt das bloß, wie wenig die CDU-Fraktion von der Bedeutung des Modellversuchs gerade für Hamburg verstanden hat." Dieses provinzielle und kleinkarierte Verhalten sei typisch für die Hamburger CDU und unterscheide sie weiterhin deutlich von der CDU beispielsweise in Frankfurt am Main.

Gleichzeitig warnt Husen davor, die Heroinvergabe als Therapie zeitlich zu begrenzen. Für Schwerstabhängige, die durch keine andere Therapie (Methadonsubstitution, Ausstieg) erreichbar sind, ist die kontrollierte Abgabe von Diamorphin (= reines Heroin) die einzige wirksame Therapie. Es ginge nicht darum, gelangweilten Führungskräften auf Staatskosten Drogen zu besorgen, sondern schwer chronisch kranken Menschen mit deutlich reduzierter Lebenserwartung zum Überleben und sogar zum sozial stabilisierten Weiterleben zu verhelfen. "Die Krankheit Sucht definiert sich gerade dadurch, dass sie nicht automatisch innerhalb eines kurzen Zeitraumes überwunden werden kann", so Husen. Mittel- und langfristig sei es allemal menschenwürdiger und ökonomisch sinnvoller, Süchtige kontrolliert mit Diamorphin zu versorgen, als die Schwere ihrer Erkrankung immer wieder dadurch unter Beweis zu stellen, dass diese Menschen in allen anderen Therapien scheiterten, stellt die Gesundheitsexpertin klar.

Anhänge der Bericht des Gesundheitsausschusses vom 17.1.2007 zu dem Thema und der Antrag der GAL vom 24.8.2006 zur Fortführung der Heroinvergabe

Zugehörige Dateien:
18-4663_GAL-Antrag-Heroinvergabe.pdfDownload (65 kb)
18-5632_Bericht GA Heroinvergabe.pdfDownload (18 kb)
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