"Wenn ich sie nicht habe, soll sie keiner haben!" - Grüne fordern Schutz von Frauen in Trennungssituationen
24.11.2005: Anlässlich des internationalen Tags gegen Gewalt gegen Frauen am 25.11.05 weisen Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Katja Husen, Frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, auf das erschreckend hohe Ausmaß von Gewalt an Frauen in Trennungssituationen hin.
"Entgegen der landläufigen Meinung sind die Familie und das persönliche Umfeld für Frauen in Deutschland gefährlicher als Straßen und Plätze. Die Polizeistatistik zeigt: 80 Prozent aller vollendeten Tötungsdelikte an Frauen sind Beziehungstaten. Die meisten Tötungen finden innerhalb von 48 Stunden nach einem konfliktverschärfenden Ereignis, wie z. B. einer Trennung, statt. Auch für Migrantinnen ist die Gefahr in Trennungssituationen getötet zu werden weitaus größer als der sogenannte "Ehrenmord" - obwohl man diese Fälle nicht ausblenden darf", so Claudia Roth.
"Leider wird die Beziehungsgewalt an Frauen häufig als ,Eifersuchts'- oder ,Familiendrama' bagatellisiert. Der Begriff Mord oder Totschlag wird nur selten benutzt. Gewalt erscheint auf diese Weise als ,normaler' Bestandteil von Auseinandersetzungen in Beziehungen und Familien", so Katja Husen weiter. Diesen unhaltbaren Zustand kritisieren Claudia Roth und Katja Husen aufs schärfste: "Wir fordern, jegliche Gewalt gegen Frauen offensiv zu verfolgen. Wir setzen uns dafür ein, aktive Präventionsmaßnahmen weiter zu verstärken - gerade in den ersten 48 Stunden nach einer Trennung, einem klärenden Gespräch oder einem Gerichtstermin."
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN rücken das Thema "Gewalt in Trennungssituationen" in den Blickpunkt: Wir veranstalten am 9.12.05 ein Fachgespraech mit ExpertInnen unter dem Titel "Eifersuchtsdramen - häusliche Gewalt gegen Frauen in Trennungssituationen".
