Nein zu Gewalt an Frauen
23.11.2006: Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2006 erklären Claudia Roth, Bundesvorsitzende von BÜNDIS 90/DIE GRÜNEN, und Katja Husen Frauenpolitische Sprecherin und Mitglied im Bundesvorstand von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
"Der gefährlichste Ort für Frauen ist nach wie vor ihr Zuhause. Gewalt gegen Frauen ist immer noch alltäglich und ein großes gesellschaftliches Problem. Deshalb unterstützen wir die Kampagne "FRAUEN SCHLÄGT MANN NICHT" von Terres des Femmes. Wir beteiligen uns an der Fahnenaktion "Nein zu Gewalt an Frauen", um ein sichtbares Zeichen zu setzen.
Neue repräsentative Umfragen zeigen, dass jede vierte Frau bereits Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt im häuslichen Bereich wurde. Häusliche Gewalt ist die häufigste Verletzungs-ursache von Frauen. Besonders gefährdet sind Frauen nach einer Trennung. Aber nicht nur die Frauen sind gefährdet: 70 Prozent der Misshandler schlagen auch die Kinder und viele missbrauchen sie auch sexuell. Diese Frauen und Kinder brauchen unsere Aufmerksamkeit und unseren Schutz. Es ist nicht hinnehmbar, dass Bundesländer immer wieder auf Kosten der Gesundheit und Unversehrtheit von Frauen bei der Finanzierung von Frauenhäusern sparen.
Dank rot-grüner Initiative ist ein Gewaltschutzgesetz verabschiedet worden, das es erlaubt, den Täter der Wohnung zu verweisen: Wer schlägt der geht. Damit ist uns ein Paradigmenwechsel gelungen. Aber ein Gesetz allein macht noch keine gewaltfreie Gesellschaft. Auch der Verweis des Täters aus der Wohnung ersetzt oft nicht die Flucht ins Frauenhaus. Vor allem für Frauen mit Migrationshintergrund ist auf Grund des Lebens- und Wohnsituation die Flucht ins Frauenhaus oft die einzige Chance.
Weitere Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, aber auch bei Polizei und Justiz sind notwendig. Wir dürfen von Gewalt betroffene Frauen nicht alleine lassen, sondern müssen mit einem flächendeckenden Netz an Beratungsstellen und präventiven Maßnahmen deutlich machen, dass wir entschieden gegen Gewalt an Frauen vorgehen."
